Schahin Partoui Partovi ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Der Perser mit Wurzeln im Iran spricht auch einwandfreies Deutsch. Und er hat in Deutschland BWL studiert. Wäre der 26-Jährige Hamburger nicht durch sein „ausländisches Erscheinungsbild“ einer anderen Nation zuzuordnen, man könnte meinen er sei ein „typischer“ Deutscher.

„Als Kind bin ich sehr oft im Iran gewesen“, sagt er. Sein letzter Besuch ist aber bereits vier Jahre her. Er habe schon allein wegen der „eher schwierigen politischen Situation“ auf eine Einreise verzichtet. Vor einigen Jahren war er geschäftlich im Heimatland seiner Eltern und Großeltern. „Ich bin dort erstmalig zum Teppiche kaufen hingeflogen und habe mich fast nur im familiären Umfeld bewegt und mich mit dem Geschäft beschäftigt. Vom Straßenleben selbst habe ich so gut wie nichts mitbekommen“, sagt er. Aber auch ohne frische Eindrücke aus dem Iran könne er sich glücklich schätzen in Deutschland zu leben. „Ich fühle mich überhaupt nicht eingeschränkt hier“, sagt Schahin. Im Gegenteil, es sei weit besser als im Iran, wo etwa  „fürs Händchenhalten in der Öffentlichkeit Peitschenhiebe verteilt werden“. Das sei eine „ganz andere Nummer“, betont der junge Teppichhändler.

Der Unterschied zwischen der deutschen und der iranischen Kultur sei nun mal besonders prägnant. „So gerne ich aber auch in Deutschland lebe und nach den hier gewohnten Regeln agiere, ganz auf unsere Traditionen verzichte ich nicht“, erzählt uns Schahin. Der junge Mann ist verlobt. Mit einer Iranerin. Er habe standesgemäß bei seinem zukünftigen Schwiegervater um die Hand der Tochter angehalten. „Wichtig ist auch, dass sich beide Familienteile miteinander verstehen. Wenn meine Eltern sich nicht mit den Eltern meiner Verlobten verstehen würden, wir hätten ein Problem.“ Aber wahrscheinlich hätte er sie trotzdem gebeten ihn zu heiraten. „Das ist halt Liebe“, sagt er und zwinkert selbstbewusst mit den Augen.

In Sachen Religion würde er sich eher als gemäßigt ansehen. Seine Mutter sei sehr gläubig, sein Vater glaube nicht an Gott. Wenn es ums Thema Traditionen geht, fällt Schahin auch adhoc das iranische Neujahrsfest ein. Dann werde 13 Tage lang gefeiert. Der krönende Abschluss sei ein gemeinschaftliches Grillfest im Hamburger Stadtpark mit mehreren tausend Teilnehmern. Dann verbringe er ausschließlich die Zeit mit seinen iranischen Bekannten und Freunden. Ansonsten genieße er das „Privileg“ einen multikulturellen Freundeskreis zu haben. Und nicht nur in diesem Kreis habe er sich immer wohl gefühlt. „Um das Thema Integration musste ich mir nie Gedanken machen. Ich bin ein voll integriertes Mitglied unserer Gesellschaft. Solange ich denken kann.“