Die erste Erinnerung von Jamie Foust an ihre Ankunft in Deutschland ist leider keine schöne: „Für ein paar hundert Meter vom Hamburger Flughafen zum Hotel knüpfte mir der Taxifahrer ganze 20 Euro ab. Heute weiß ich, dass er mich übers Ohr gehauen hat“, sagt die 26-jährige US-Amerikanerin.

Vor erst knapp zwei Monaten kam sie zu uns ins Land und wird zwei Jahre bleiben. Ihr Arbeitgeber Shell ermöglicht ihr den Erfahrungsaustausch mit den deutschen Kollegen in der hanseatischen Firmenzentrale. Hätte sie weniger Gepäck gehabt – „Klar, als Frau reist man mit vielen Koffern an“ – dann wäre sie die paar Meter zum Hotel auch zu Fuß gegangen. Aber das ist Geschichte.

Sie freut sich trotzdem auf die Zukunft bei uns. Als sie im Februar vom Geschäftsführer das Angebot bekommen hat nach Deutschland zu gehen, habe sie nicht lange gezögert und zugesagt. „Ich hatte immer Gutes von Deutschland gehört. Außerdem war ich noch nie hier. Da fiel die Entscheidung leicht“, sagt sie. Immerhin sei es auch das Land ihrer Vorfahren. Ihr Nachname Foust sei eine Abwandlung des deutschen Namens Faust.

Der bösen Überraschung in der Kanzel des Taxis folgten viele positive Momente. Ihre neuen Kollegen stünden ihr stets mit Rat und Tat zur Seite. „Sie sorgen auch dafür, dass ich einen vernünftigen Deutschkurs besuchen kann und auch die Zeit dafür habe“, sagt Jamie, die sich im Gespräch mit uns noch ihrer Heimatsprache behelfen muss. Sie hofft, dass sie schon bald fleißig mitdiskutieren kann, wenn die deutschen Kollegen und Freunde miteinander reden.

Überhaupt sei ihr Start in Deutschland vom großen Engagement ihres Umfelds geprägt. Bei einem Mitarbeiter-Event fand sie schnell Anschluss an andere junge Kollegen, die sie bereits an die schönsten Ecken der Hansestadt entführten. „Besonders gut hat mir der Ausflug an den Elbstrand mit einer Fährfahrt in den Sonnenuntergang gefallen.“ Außerdem habe sie – wie es sich für einen waschechten Hamburger gehört – in einem typischen Fischrestaurant gespeist. „Da lag plötzlich eine gigantische Fischplatte vor uns. Das war schon beeindruckend und geschmeckt hat es auch.“

Etwas überrascht ist sie, weil der multinationale Mix in Deutschland „längst nicht so ausgeprägt ist wie bei uns“. Vielleicht liege das aber auch an Hamburg, mutmaßt sie. Denn in Frankfurt habe sie sehr viel deutlicher „die internationale Vielfalt unter den Menschen bemerkt“. Auch in München. „Allerdings war da auch gerade das Oktoberfest. Das wundert nicht, dass da mehr Touristen in der Stadt waren“, sagt die junge Marketing-Expertin.

Ob sie denn schon Sehnsucht nach ihrer Heimat empfinde, wollen wir wissen. „Mir fehlen schon die Leute Zuhause. Besonders aber auch Dinge wie die Cola Light (Diet Coke), die hier in Deutschland ganz anders schmeckt.“ Zudem fehle ihr, dass sie hier in Deutschland nicht wirklich nach einem Gefallen gefragt wird. „Zuhause wird man öfters gefragt, ob man jemanden mal zum Bahnhof bringen oder zum Beispiel beim Renovieren helfen kann. Das ist wohl ein deutliches Zeichen dafür, dass ich die Menschen hier noch nicht so gut kenne und umgekehrt.“

Begeistert zeigt sich Jamie zudem über die Sprachkenntnisse der Deutschen. „Hier sprechen die meisten Menschen zwei, drei oder mehr Sprachen. Das ist der absolute Wahnsinn. Ich komme mir irgendwie unhöflich vor, wenn ich nicht einmal Deutsch kann“, betont sie. Deswegen will Jamie auch so schnell wie möglich unsere Sprache lernen. Was sie aber nicht verstehe ist, dass es möglich ist, dass Service-Mitarbeiter der Deutschen Bahn  „nicht in der Lage waren, mir telefonisch zu helfen. Die konnten einfach kein Englisch sprechen“. Beim Eröffnen eines Bankkontos bei einer Commerzbank-Filiale habe sie massive Schwierigkeiten gehabt. Keiner habe ihr das Onlinebanking-Verfahren erklären können. Dafür reichten die Sprachkenntnisse auf beiden Seiten nicht aus.

Trotzdem habe Deutschland und seine Bewohner insgesamt einen sehr guten ersten  Eindruck bei ihr hinterlassen. Ein Eindruck, der sich weiter bestätigen wird, ist Jamie überzeugt.

An dieser Stelle sei ihr noch einmal von uns für die großzügige Unterstützung gedankt. Sie überreichte uns bei unserem heutigen Besuch Tankgutscheine für V-Power Diesel, die unsere kleine Weltreise in Sachen Spritkosten abdecken und maßgeblich zu einem etwaigen Gelingen unseres Vorhabens beitragen wird.